Blumenfischeresb

Adventskranz selber binden: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Adventskranz selber binden: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Der Duft von frischen Tannenzweigen, das warme Leuchten der Kerzen, die langsam kürzer werden – ein selbst gebundener Adventskranz hat eine ganz andere Qualität als das fertig gekaufte Exemplar aus dem Supermarkt. Wer einmal selbst Hand angelegt hat, möchte nie wieder zurück.

Was du zum Binden brauchst

Bevor es losgeht, lohnt es sich, alles auf einmal zusammenzustellen. Nichts ist frustrierender, als mittendrin festzustellen, dass das Drahtgeflecht fehlt.

Grundmaterialien:

  • 1 Strohkranz-Rohling (Ø 25–35 cm, je nach gewünschter Größe)
  • Gebundener Floristendraht (0,35–0,5 mm)
  • Bindedraht auf der Rolle
  • Blumenschere oder Astschere
  • 4 Kerzenhalter aus Metall

Grünes Schnittgut:

  • Tannenzweige (Blaufichte, Nordmanntanne oder Weißtanne – je nach Verfügbarkeit)
  • Wacholder, Thuja oder Zypressengrün für Abwechslung
  • Optional: Ilex-Zweige mit roten Beeren, getrocknete Orangenscheiben, Zimtstangen

Dekoration:

  • 4 Kerzen (klassisch rot, creme, weiß oder nach Belieben)
  • Zapfen, Schleifen, Weihnachtskugeln, Drahtsternen

Wer regionales Grün bevorzugt: In der Oberpfalz wachsen wunderschöne Blaufichten und Weißtannen, deren Zweige an Wintermärkten und in Gärtnereien angeboten werden. Frische Zweige halten deutlich länger als abgepackte Ware aus dem Baumarkt.

Schritt 1: Den Rohling vorbereiten

Strohkränze nehmen Draht gut an und lassen sich einfach bearbeiten. Stecke zunächst die vier Kerzenhalter gleichmäßig im Abstand von je etwa 90 Grad auf dem Kranz fest. Das gibt dir die Struktur vor und hilft dabei, das Grün sinnvoll um die Kerzen herum zu arrangieren.

Falls du einen sehr dichten Kranz möchtest, kannst du den Strohkranz mit etwas Moos oder Zeitungspapier leicht aufpolstern und mit Bindedraht fixieren. Das ist aber optional.

Schritt 2: Grünbüschel vorbereiten

Schneide deine Tannenzweige in handliche Büschel von etwa 8–12 cm Länge. Kleine Büschel lassen sich wesentlich besser anlegen als große, unhandliche Äste. Mische ruhig verschiedene Grüntöne: das tiefe Blaugrün der Fichte, das hellere Grün der Nordmanntanne und vielleicht den gelblich-grünen Ton von Thuja-Zweigen ergeben zusammen ein lebendiges, natürliches Bild.

Drei bis fünf Zweige pro Büschel reichen völlig. Diese werden unten kurz zusammengebunden oder einfach zusammengehalten, bevor du sie auf dem Kranz befestigst.

Schritt 3: Grün anlegen und binden

Jetzt geht es an den eigentlichen Prozess – und hier liegt der Unterschied zwischen einem schönen und einem wirklich schönen Kranz.

Lege das erste Büschel mit dem Stiel nach innen auf den Rohling und wickle den Bindedraht zwei- bis dreimal fest darum. Nicht abschneiden – der Draht läuft von Büschel zu Büschel durch. Das nächste Büschel überlappst du so, dass es die Befestigung des vorherigen verdeckt. Immer in einer Richtung arbeiten, zum Beispiel im Uhrzeigersinn.

Tipps für gleichmäßiges Anlegen

  • Den Kranz immer wieder von oben betrachten: Ist die Kontur rund? Schauen die Zweige gleichmäßig über den Rand?
  • Innen und außen am Kranz ebenfalls mit Grün bedecken, nicht nur die Oberseite
  • Nach etwa einem Viertel des Kranzes kurz pausieren und die Dichte prüfen – besser jetzt nacharbeiten als am Ende

Schritt 4: Den letzten Abschnitt schließen

Das Ende des Kranzes ist der kniffligste Teil. Das letzte Büschel muss unter das erste geschoben werden, damit der Übergang nicht sichtbar ist. Schiebe die Zweigspitzen behutsam unter das erste Büschel und fixiere alles mit dem Draht. Mit ein wenig Geduld ist der Übergang kaum zu erkennen.

Schritt 5: Kerzen einsetzen und dekorieren

Stecke die Kerzen in die vorbereiteten Halter. Klassisch sind vier rote Stumpenkerzen, aber creme-weiße oder sogar bronzefarbene Kerzen wirken mit einem naturnahen Kranz besonders edel.

Für die Dekoration gilt: weniger ist oft mehr. Ein paar Zapfen, in die Zweige gesteckt oder mit Draht befestigt, wirken natürlicher als überladener Schmuck. Zimtstangen in Dreier-Gruppen gebunden, getrocknete Orangenscheiben, ein einfaches Satinband in Bordeauxrot – solche Akzente setzen sich durch, ohne den Kranz zu überwältigen.

Wer etwas Glitzer möchte, kann einzelne Zapfen oder Zweigspitzen mit goldenem oder silbernem Sprühlack besprühen. Kurz trocknen lassen, bevor es auf den Kranz geht.

Pflege und Haltbarkeit

Ein Adventskranz mit frischem Grün hält vier Wochen problemlos, wenn man ihn etwas pflegt:

  • Feuchtigkeit: Den Kranz alle paar Tage mit einer Sprühflasche leicht befeuchten, besonders wenn er in beheizten Räumen steht
  • Standort: Nicht direkt neben der Heizung oder in praller Sonne – das lässt die Zweige schnell braun werden
  • Kerzen: Nie brennende Kerzen unbeaufsichtigt lassen, besonders wenn die Zweige bereits trockener werden

Wenn die Zweige trotz Pflege nach zwei bis drei Wochen etwas matter wirken, kann man einzelne Büschel einfach ersetzen – einfach den alten Draht lösen, frisches Grün einbinden, fertig.

Welches Grün für welchen Geschmack?

Nicht jede Tannenart ist gleich. Wer einen langlebigen Kranz möchte, greift zur Nordmanntanne: Sie hält die Nadeln deutlich länger als Fichte oder Kiefer und riecht herrlich harzig. Die Blaufichte punktet mit ihrem silbrig-blauen Schimmer und ist in der Oberpfalz gut verfügbar. Wacholder bringt eine interessante Textur und einen würzigen Duft mit.

Für besonders naturnahe Kränze empfehlen sich auch Zweige von Eibe, Lebensbaum (Thuja) oder Lorbeer – allesamt robust und langlebig.

Lohnt sich der Aufwand?

Ein selbst gebundener Adventskranz braucht beim ersten Mal etwa anderthalb bis zwei Stunden. Wer die Technik kennt, ist beim zweiten Kranz deutlich schneller. Das Ergebnis ist nicht nur individueller als alles, was man kaufen kann – der Prozess selbst ist meditativ, duftend, weihnachtlich. Und wenn am ersten Advent die Kerze brennt, brennt auch ein bisschen Stolz mit.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf de.wikipedia.org.